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Liebe Leserinnen und Leser!

Vor ein paar Tagen war ich mal wieder auf der Linie 4 in Köln-Deutz unterwegs. Und da gab es eine ganz neue Haltestelle, die ich noch gar nicht kannte: LANGTSJETZT arena habe ich im Vorüberfahren gelesen - vielleicht hieß es aber auch "LANXESS arena". Dieser Name geistert seit Juni durch die Medien und über die Plakate, seitdem das "Henkelmännchen" sich nicht mehr Kölnarena nennt - offenbar weil man sich mit Köln nicht mehr identifizieren möchte. Oder weil man für Geld alles tut. Oder weil man einfach alle 10 Jahre einen neuen Namen möchte...

Nun kann man sicherlich darüber streiten, ob ein französisch-englisches Kunstwort wie Lanxess ausreichend gut aussprechbar ist, um einen wichtigen Veranstaltungsort danach zu benennen. Dass allerdings die Cölnische Straßenbahn nun alle 10 Jahre sämtliche Schilder austauscht, finde ich etwas albern. Dass man in Ehrerbietung vor dem Chemie-Riesen (oder aus Angst vor einem Störfall?) den Namen sogar in GROSSBUCHSTABEN auf das Schild pappt, sieht auch noch unangenehm aus. Hätte man die Station nicht einfach "Bahnhof Deutz / Arena" nennen können?

Vor weiteren Umbenennungen würde dies allerdings auch nicht schützen. Denn wenn Herr Mehdorn die Teilprivatisierung der DB endlich durchgedrückt hat (bei DER Prämie würde ich mich dafür auch einsetzen), dann wird der Bahnhof Deutz vermutlich recht bald umbenannt, und in den Stadtbahnen dudelt die Ansage:

"DB Mobility Logistics Entry Point Deutz / LanXessArena. Ausstieg auf der Bahnsteigseite. Bitte durch die Türen aussteigen. Bitte vergessen Sie nicht, Ihr Gehirn und Ihre Schuhe mitzunehmen. Und achten Sie beim Aussteigen auf Ihre Wertsachen, denn Trickdiebe sind die einzigen Säugetiere, die keinen Schlaf benötigen."

Ohnehin hat diese Haltestelle namenstechnisch eine interessante Geschichte: Wenn ich mich recht erinnere, hieß sie früher ober- und unterirdisch "Bahnhof Deutz / Messe". Mit Eröffnung der Kölnarena im Jahr 1998 wurde sie dann oberirdisch umbenannt in "Bahnhof Deutz / Kölnarena", während sie untenrum den alten Namen behielt. Auf meinem früheren Palm-Organizer hatte ich ein kleines Programm namens Metro, das einem den Fahrweg in U-Bahn-Netzen verschiedenster Großstädte anzeigte. Testweise habe ich damals eingegeben, wie man von "Bahnhof Deutz / Messe" nach "Bahnhof Deutz / Kölnarena" kommt. Ganz einfach: Bis Neumarkt mit der 1 oder 9 fahren und dann umsteigen in die 3 oder 4. Einfach "Rolltreppe rauf" wäre für einen Touristen schneller, einfacher und billiger gewesen.

Soviel zu der intelligenten Idee, zwei Namen für EINE Station zu wählen. Aber in einer Stadt, die inzwischen auch EINE Liniennummer für zwei verschiedene Linien verwendet (Bonn/Brühl-Buchheim und Klettenberg-Thielenbruch), wundert einen fast nichts mehr. Da stehen ortsfremde Fahrgäste (werktags tagsüber) in Thielenbuch und fragen ganz irritiert, wann denn endlich ein Zug nach Brühl fährt. Laut Fahrplan nur Abends und am Wochenende, denn gemäß Fußnote enden alle Fahrten ab Thielenbruch in Klettenberg. Der Fahrer der 18 nach Klettenberg muss ihnen dann erklären, dass es eine "andere 18" gibt, die ab Buchheim nach Bonn bzw. Brühl verkehrt, weil dies tatsächlich aus den Plänen an der Haltestelle nicht erkennbar ist und auch jeder Logik entbehrt.

Doch zurück zu den Haltestellen-Namen: Zwar ist die Umbenennung der Kölnarena ja eigentlich nichts Neues. Das Müngersdorfer Stadion heißt ja schon seit Längerem "RheinEnergieStadion" - auch wenn dies mit deutscher Rechtschreibung eigentlich nicht vereinbar ist, denn Großbuchstaben eingeschlossen von Kleinbuchstaben gibt es eigentlich nicht (außer bei MacGyver und ähnlichen schottischen Namen).

Man kann sich aber fragen, wie der Liniennetzplan der Kölner Bahnen wohl in 10 oder 20 Jahren aussehen wird, wenn der Trend anhält. Vermutlich fährt man im Jahr 2020 mit der Linie 18 von der Haltestelle "DKVaachenerStraßeGürtel" bis zur Station "StadtSparKasseRudolfPlatz" und gelangt dann über eine ThyssenRollTreppe unterirdisch zur Station "McDonalds / Rudolf-Platz" und zu einer anderen Linie 18 (alle Linien heißen jetzt 18) Richtung "Aachener und Münchener Versicherung / EifelStraße". Und da die Unterhaltungskosten für den Kölner Dom die Betriebskosten der Icmesa-Arena bei weitem übersteigen, wird die katholische Kirche vermutlich den Namen auch meistbietend versteigern. Dann halten die Züge der stylish-coolen "RhineEnergy4Ubahn"-Linie 18 nicht mehr "Dom / Hauptbahnhof", sondern an der Station "Beate-Uhse-Arena / DB Mobility Logistics AG Central Entry Point". Man wird sich dran gewöhnen müssen.

Waldorf, im Oktober 2008

       Euer Roland

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Zuletzt aktualisiert: 31.10.2008 URL: www.streckenkun.de © 1999-2008 by Roland Frisch
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